01.01.2011
Ab dem 01.01.2011 ist enQu nicht mehr hauptsächlich Stromversorger mit den Nebenfunktionen, die Netzentgelte und Steuern durchzureichen. Durch die sich abzeichnende erhöhte EEG-Umlage wird enQu hauptsächlich Steuer- und Abgabeneintreiber mit der Nebenfunktion der Strombelieferung.
„Deswegen musste auch keine neue Produktlinie entwickelt werden. Die Summe aus Stromsteuer, Konzessionsabgabe, Umlage für das Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien, Mehrkosten nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz ist ganz von alleine über die Preiskomponenten geklettert, die von enQu beeinflussbar sind“, stellt Geschäftsführer Fey ironisch fest.
Während andere Steuereintreiber vom Staat verbeamtet und für ihre Tätigkeit bezahlt werden, stellt es sich für Stromversorger wie enQu anders dar: Sie erhalten nicht nur nichts, Sie tragen auch das volle Ausfallrisiko, wenn Sie keinen Erfolg haben.
Die Entwicklung könnte mit Humor genommen werden, hat aber deutlich negative Auswirkungen auf den Wettbewerbsmarkt, der nach wie vor hauptsächlich über den Preis stattfindet. „Die Wechselbereitschaft schwindet, wenn ein derzeit realistischer Preisvorteil von 60 € pro Jahr nur noch 8% des Gesamtpreises oder weniger als einen Monatsabschlag ausmacht,“ beschreibt der enQu – Geschäftsführer die Bedrohung des geringer werdenden relativen Abstandes und fordert, die sachfremden Preisbestandteile zu reduzieren oder auf einem anderen Weg zu inkassieren.
Möglichkeiten dafür gibt es genug. So müsste beispielsweise die Brennelementesteuer, die gerade den Umbau zur Stromerzeugung durch erneuerbare Energien finanzieren helfen soll, genau dazu benutzt werden, indem mit ihr die EEG-Umlage reduziert wird.
Hintergrund: Die Verbraucher zahlen über das Umlagesystem des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) in diesem Jahr 5 Milliarden Euro (in 2011 wird dieser Betrag um ca. 60% auf ca. 8 Milliarden Euro steigen). enQu vertritt die Interessen aller Endkunden und ist der Meinung, dass wenn die Belastung einerseits individualisiert wird, auch andererseits die Erträge individualisiert werden müssen! Kiel, 01.01.2011

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