05.10.2010
Die Folgen der Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke werden heiß diskutiert. Der Einfluss auf den Wettbewerbsmarkt „Energievertrieb an Haushaltskunden“ spielte in der bisherigen Diskussion keine oder nur eine untergeordnete Rolle. enQu will das ändern. Der Geschäftsführer der enQu, Martin Fey, sagt: „Die Entscheidung droht die jetzt schon kaputte Marktstruktur beim Energievertrieb für die nächsten zwei Jahrzehnte zu zementieren.“
Ergebnis der gew. Geschäftstätigkeit von Vertriebsunternehmen des Erzeugungsoligopols:
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Unternehmen |
Konzernzugehörigkeit |
2009 Mio. € |
2008 Mio. € |
2007 Mio. € |
2006 Mio. € |
Quellen/Bemerkungen |
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E WIE EINFACH Strom & Gas GmbH |
100% Tochter der E.ON Energie AG, diese ist 100% Tochter der E.ON AG |
-96 | -237 | -149 | - |
Unternehmensangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung, www.ebundesanzeiger.de |
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eprimo GmbH |
100% Tochter der RWE Vertrieb AG, diese ist 100% Tochter der RWE AG |
-59 | -56 | -13 | -4 |
Unternehmensangaben zur Gewinn- und Verlustrechnung, www.ebundesanzeiger.de |
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Vattenfall Europe Sales GmbH |
100% Tochter der Vattenfall Europe AG, diese ist 100% Tochter der Vattenfall AB ist |
-198 | -121 | 23 | 17 |
Hier ist der komplette Vertrieb defizitär weshalb die negativen Effekte nicht nur den Neukundenmarkt sondern auch die angestammten Versorgungsgebiete betreffen, www.ebundesanzeiger.de |
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Yellow Strom GmbH |
100% Tochter der EnBW Energie Baden-Württemberg AG |
n.V. | n.V. | n.V. | n.V. |
Yello Strom veröffentlicht keine Zahlen. Yellow Strom hat bis 2003 Verluste von über 500 Mio € angehäuft und war zu diesem Zeitpunkt noch defizitär, www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/enbw-amacht-druck-auf-yellow- |
Tabelle: 1,4 Milliarden Euro für die Verhinderung von Wettbewerb im Energievertrieb
Die Zahlen belegen, dass es nicht die Ausnahme sondern die Regel ist, dass die Vertriebstöchter der von der Laufzeitverlängerung begünstigten Konzerne gleichzeitig oder abwechselnd zwei- bis sogar dreistellige Millionenverluste machen. Stadtwerke und neue Anbieter müssten ähnliche Summen investieren, wollten sie sich auf dieses teure Spiel einlassen, was sie selbstredend nicht können. Wirtschaftlich agierenden Unternehmen wie enQu, einige Ökostromanbieter oder die meisten Stadtwerke gehen in Nischen, agieren mit angezogener Handbremse oder müssen Kundenschwund hinnehmen.
Die Laufzeitverlängerung bzw. deren Ausgestaltung eröffnet dem Oligopol die wirtschaftliche Möglichkeit, das wettbewerbswidrige Verhalten beizubehalten. Die Existenz und der Marktanteil dieser „Abschreibungsunternehmen mit wettbewerbsruinierendem Charakter“ darf auf keinen Fall als Erfolg der Liberalisierung missverstanden werden. enQu - Geschäftsführer Fey urteilt mit Spott: „Die Nachhaltigkeitsforderung des Energiekonzeptes ist zumindest bei der Verhinderung des Wettbewerbsmarktes erfüllt.“ Zum Gegensteuern sei es nicht zu spät. Dazu müsse das deutsche und europäische Kartellamt, das liberale Wirtschaftsministerium, die Bundesnetzagentur und die Politik nur ihre Verantwortung für einen funktionierenden Wettbewerb in diesem wichtigen und großen Markt wahrnehmen. Eine einfache und praktikable Anregung dafür, wie das aussehen könnte, hat Fey auch parat: „Liquidieren und für die Zukunft unterbinden!“
enQu versorgt bundesweit Haushaltskunden mit Strom und hat ihren Unternehmenssitz in Kiel. enQu zeichnet sich durch transparente Produkte und kundenfreundliche Vertragsbedingungen aus. enQu fühlt sich als einer der wenigen unabhängigen Marktteilnehmer berufen, auf Verbraucherinteressen hinzuweisen und Missstände im Markt und in der Energiepolitik anzusprechen. Kiel, 05.10.2010

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